Freitag, 28. Februar 2014

Der andere Osterkranz

Der Countdown läuft:
In sieben Wochen ist schon Ostern.

Darum wird es langsam Zeit, die Deko rauszukramen und zu sichten.

Mir war dieses Jahr mal nach einem neuen Kranz für die Ostertafel. Einem, der sich von den üblichen unterscheidet. Und das hier ist dabei rausgekommen:





Der Kranz ist mit Filzband umwickelt. Daneben habe ich vier echte Eierschalen zur Dekoration mit Heißkleber aufgeklebt. Bei zwei Eiern habe ich nur oben etwas Schale abgenommen, sie mit Watte ausgepolstert und als Töpfe für Kresse genutzt. So kommt direkt etwas Grünes mit auf den Tisch. Zwei weitere Eier habe ich der Breite nach halbiert um Teelichter reinzustellen.






Das Filzband habe ich zu einer Schleife gebunden und lang gelassen, um direkt einen passenden Tischläufer zu haben. So schlägt man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.




Schubladenschrank aus alten Weinkisten

Mein Post heute fällt wieder unter die Kategorie: "Ich brauche da mal was...".

Nach einem >Schild für meine Werkelstatt und einem >Obstkorb ist es nun eine Lagerstätte für meine Wolle und den mittlerweile leicht unüberschaubaren Bestand an Stoffen. Um da etwas mehr Ordnung 'reinzubekommen habe ich mich für eine Schubladenlösung entschieden - eine Schublade für uni Baumwollstoffe, eine für Molton, eine für bedruckte Baumwolle, eine für Fellimitate, eine mit dem Material für das nächste Patchwork-Projekt... meine Güte, was hat sich denn da bloß alles angesammelt!!

Das Regal soll natürlich auch noch hübsch aussehen und keine Lösung von der Stange sein. Für den Fußboden in meiner Werkelstatt habe ich mich schon für ein Laminat in Weinkistenoptik entschieden. Da kann ich mich einfach nicht satt dran sehen, also wäre es doch recht naheliegend, diesmal ganze Weinkisten zu verarbeiten. "6-5-4... gib das mir" oder wie die doch gleich hießen... und schon kann ich eine Reihe Weinkisten mein Eigen nennen.

Das Holz für die extrem einfache Regalkonstruktion habe ich mir im Baumarkt gegen minimale Mehrkosten direkt in die passenden Längen zuschneiden lassen. So gerade und exakt hätte ich das zu Hause wohl nur schwerlich hinbekommen...


Für dieses Regal mit 3 Schubladen brauchte ich zwei Seitenteile und vier Böden. Dazu nun noch ein paar (20) Winkel, (40) Schräubchen und den Akkuschrauber. Los gehts!












Als erstes habe ich auf jeden Boden je 4 Winkeln geschraubt. Da sie alle im Regal verschwinden, habe ich mir die Mühe gespart, die Postitionen auszumessen.


















Danach habe ich die Böden senkrecht auf ein Seitenteil aufgeschraubt:


















Dann einfach einmal umdrehen und alles auf dem zweiten Seitenteil festschrauben und schon ist das gute Stück fertig!!







Abschließend habe ich unter die Weinkisten Filzfüße geklebt, damit sie besser rutschen und nicht Holz auf Holz schrabt. Und so sieht es dann nach der Zusammenführung aus.



Da ich wirklich viel Kram angesammelt habe, konnte es natürlich nicht bei diesem einen kleinen Schränkchen bleiben...


























So hat nun ein jeder sein eigenes Plätzchen gefunden. :o) 






Man hätte sich zwei der Seitenteile natürlich sparen können, in dem man einen ganz großen Schrank baut. Aber ich wollte gern flexibel bleiben und die Schränke mal einem anderen Zweck zuführen können, darum bin ich lieber bei den Einzelteilen geblieben. Diese Art von Regal ist durch die flexible Gestaltbarkeit im Übrigen die perfekte Lösung für jede Dachschräge!


Wem das gefällt, die Weinkisten allein aber zu langweilig findet oder so eine Lösung für sein Wohn-/Schlafzimmer sucht, der findet hier eine Alternative zu den Weinkisten: das etwas andere Bücherregal

Sonntag, 23. Februar 2014

Hängekorb

Schon seit geraumer Zeit suche ich einen Hängekorb für die Küche, in den ich mein Obst legen kann. Der Richtige (jaa, es gibt "den Richitgen" nicht nur bei Männern...) wollte sich von mir aber bisher noch nicht finden lassen. Irgendwann fragt man sich dann: "warum bastele ich mir eigentlich nicht selbst einen?!"

Gesagt - getan!

Dazu habe ich mir bei meinem letzten Streifzug durch unser Sozialkaufhaus (diese Kaufhäuser gibt es in vielen Städten - dort werden meist von Menschen mit Handicap oder auch Langzeitarbeitslosen gespendete Schätze verkauft - Möbel, Kleidung, Geschirr, allerlei Hausrat, Kinderspielzeug) zwei zusammenpassende Körbchen und eine kleine Holzschale ausgesucht.



Nun brauchte ich noch zwei unterschiedliche Acrylfarben auf Wasserbasis- ich habe mir apricot und weiß ausgesucht-, Pinsen und Klebeband.



Mit Letzterem habe ich vorher den gemusterten Boden der Körbchen zum Schutz vor der Farbe abgeklebt.

Die Acrylfarbe habe ich mit Wasser verdünnt. So wollte ich verhindern, dass die Struktur der Körbchen unter einer geschlossenen Decke von Farbe verschwindet, außerdem wollte ich bei der Holzschale gern die Maserung erhalten. Die dünnflüssige Farbe ließ sich gut verteilen. Auch wenn man dann ein paar mal häufiger streichen muss, lohnt sich die Arbeit auf jeden Fall!













Nach dem Trocknen habe ich mit Hilfe eines kleinen Schraubendrehers das Geflecht etwas auseinander geschoben, um pro Ebene drei S-Haken als Aufhängung zu befestigen.


In die kleine Holzschale habe ich die Löcher gebohrt. Zum Schluss die Haken in die Löcher schieben, schöne Kette z.B. aus dem Baumarkt dran, mit einem S-Haken oben zusammenfassen.


























Dank des linken Fotos weiß ich nun auch, dass ich dringend Fenster putzen muss... :o)




Mir gefällt der Korb ganz prima. Und Euch?



Samstag, 22. Februar 2014

Shabby Chic

Seit meinem Umzug vor ein paar Jahren hatte ich einen Flurschrank über. Eine wirkliche Verwendung hatte ich für ihn seitdem nicht mehr, aber zum Wegschmeißen war er mir einfach zu schade.

So sieht er -noch- aus.

Vor einer Weile habe ich vom Trend "Shabby Chic" gehört und die Idee war geboren: er muss dafür als Versuchskaninchen herhalten.

Vor ein paar Tagen ging es nun endlich los.

















Da ich die Beschichtung vorher entfernen wollte, musste der Ärmste nun Bekanntschaft mit einer Lötlampe machen.









Bei meinem ersten Schrankprojekt habe ich mit einem Aufsatz für die Bohrmaschine die Beschichtung abgeschliffen. Da das nicht sehr regelmäßig wird, habe ich mich gegen eine Wiederholung bei Schränken, die gestrichen werden, entschieden.


Nach Versuchen u.a. mit einem Heißluftfön (nicht sehr ergiebig) kam also die Lötlampe zum Einsatz. Damit geht es ganz gut. Natürlich stinkt das Anbrennen, man kann es nur draußen machen. Eine Gießkanne mit Wasser für den Notfall zur Hand zu haben ist auch keine schlechte Idee... Glücklicherweise ist mir so ein Notfall erspart geblieben.




Aber: beim nächsten Versuch werde ich einen entsprechenden Haftgrund aus dem Baumarkt testen, hier ist der Aufwand aber lohnend, weil man das Holz später wieder zum Teil freilegt...



Und so arbeite ich mich Seite für Seite vor. Türen und Schubladen müssen abgeschraubt, Griffe entfernen werden....












Nach dem Anbrennen kann man mit dem Spachtel die Beschichtung abschaben. Immer mal die Richtung wechseln, dann geht das meiste relativ leicht ab.










Dann zeichne ich mir auf den Türen an, wohin die Profilleisten sollen. Als nächstes säge sie zu und schräge dabei die Ecken auf 45° an, damit sie schön bündig zusammenpassen.
















Die Feinarbeiten werden mit der Feile erledigt.












Als nächstes werden die Leisten von hinten mit dem Montagekleber versehen, der mit einem Spachtel dünn verteilt wird. So quetscht dann hinterher an den Seiten nichts raus. Wenn man die Ecken ebenfalls einschmiert, kann man so etwaige Lücken direkt auffüllen.









Fertig. Nun muss der Kleber noch gut aushärten und dann kann es morgen mit dem Streichen weitergehen.















Das gute Wetter der letzten Tage hat mir in die Hände gespielt und ich konnte draußen am Ex-Flurschrank weiterarbeiten.


Dabei habe ich spontan entschieden, die Profilleisten nicht nur auf den Türen sondern auch auf den Schubladen zu befestigen. Danach habe war aber wirklich das Streichen dran!




 




Den Lack habe ich leicht fleckig aufgetragen und an der ein oder anderen Stelle an den Profilleisten für ein paar Laufnasen gesorgt.


Nachdem der Acryllack getrocknet war, habe ich mit einer normalen mattweißen Wandfarbe für ein bißchen Patina gesorgt. Zum Auftragen habe ich einen normalen Schwamm aus dem Drogeriemarkt benutzt.



Zu Guter letzt wird geschliffen, was das Zeug hält. Hierzu eignet sich relativ feines Schleifpapier, z.B. 120er, um zwar Farbe abzutragen, dabei aber nicht fiese Kratzer zu hinterlassen. Wenn dann an einigen Stellen das Holz wieder rausschaut, nähert man sich dem Ziel....

















 



Als hätte die Ecke auf den Schrank gewartet, oder?!






Türschilder / Malen mit dem Brandmalkolben

Seit einiger Zeit habe ich einen Brandmalkolben in der Schublade. Manche Dinge springen einen einfach aus dem Regal an und beschließen, dass man sie nun mitnehmen muss, ohne dass man eine konkrete Verwendung für sie hätte...

Nun wollte der Kolben endlich auch mal in Betrieb genommen werden. Bei meinem letzten Besuch in unserem Sozialkaufhaus ist mir ein Holzbrettchen mit einem eingelegten Stern über den Weg gelaufen. Da kam mir die zündende Idee: Ich brauche ein Schild für meine höchtst eigene Werkelstatt!   :o)





Dazu habe ich mir auf einem Blatt Papier den Schriftzug in einer schönen Schrift ausgedruckt.

Der Brandmalkolben und Embossingstifte liegen ebenfalls bereit.








Nun platziere ich den Schriftszug auf die Stellen, an denen ich ihn später auch haben möchte und klebe das Papier mit Klebestreifen ganz fest, damit nichts verrutschen kann.











Dann ziehe ich die Schrift mit den Embossingstiften kräftig nach und bringe so einen Abdruck auf das Holz, um diesen hinterher mit dem Brandmalkolben einzubrennen.








Und hinterher sieht es dann so aus:




Man sagt ja gern: "Learning by doing". Und bei diesem Versuch habe ich gelernt, dass man besser unlackierte Holzflächen mit dem Brandmalkolben bearbeitet. Dieses Brett war lackiert und der Lack hat ziemlich geraucht und gestunken, so dass ich mind. die Hälfte der Zeit, die ich zum Nachmalen benötigte, die Luft angehalten habe. Außerdem schmilzt der Lack und es ist schwierig, das Holz darunter anzuschmoren.

Das unterschiedliche Holz hat sowohl beim Nachzeichnen der Schrift als auch beim Brandmalen für kleine Hürden gesorgt. Es ist unterschiedlich hart, außerdem sind die Übergange schwer gleichmäßig zu bearbeiten. Der geneigte Perfektionist dürfte hier etwas zur Weißglut getreiben werden. Mir gefällt der Stern aber so gut, dass ich über die mit ihm einhergehenden Unwegbarkeiten gern in Kauf genommen habe. :o)

Freitag, 21. Februar 2014

Kerzen gestalten

Wer ein Geschenk zu Geburt oder Taufe sucht, ein Mitbringsel braucht oder die Kindergeburtstags-, Brunch, oder Festtafel mit einer persönlichen Note aufpeppen möchte, für den habe ich hier einen Vorschlag:

Ich habe für mich das Kerzengestalten entdeckt. Dazu braucht es nicht besonders viel. Eine schöne Stumpenkerze gibt es zum Beispiel in Drogeriemärkten in verschiedenen Farben. Im Bastelbedarf gibt es verschiedene Sortimente an Wachstplatten und Stifte zum Beschreiben von Kerzen. Wer mag, kann auch fertige Motive zu vielen Anlässen bekommen, diese sind nur häufig recht teuer. Statt dessen kann man die Wachsplatten auch zwischen Backpapier legen und mit einem Motivstanzer ausstanzen.Wer solche Stanzer schon hat oder eh gaaaaanz dringend welche braucht, hat jede Menge Möglichkeiten.

Zur Taufe werden die Taufkerzen heute normalerweise selbst mitgebracht. Das berichtete mir meine Freundin, deren Kleinste gerade getauft wurde. Aber auch wenn sie nicht als eigentliche Taufkerze gedacht ist, ist es eine nette Geschenkidee zu einem besonderes Anlass.

Diese Kerze habe ich zur Taufe verschenkt.





















Oben und unten an der Kerze habe ich einen dünnen Streifen aus der selben Wachsplatte ausgeschnitten, aus der ich dann auch das Kreuz in einem Stück ausgeschnitten habe. Den Streifen und die Punkte auf dem Kreuz sowie die Schnörkel sind mit Silberstift aufgemalt. Für die Blumen und die Schmetterlinge habe ich einen Motivstanzer genommen.



Auch eine vorgemalte Schablone aus Pappe kann gute Dienste leisten. Und auch mit wenig Zeitaufwand kann man eine hübsche Kerze für den Kindergeburtstagstisch zaubern.





Wer -wie ich...- nicht die schönste Handschrift hat, kann sich auch Hilfe aus der Welt des Embossings holen. Für eine Kerze zur Geburt habe ich mir eine entsprechende Schablone besorgt. Auch diese gibt es zu vielen verschiedenen Themen oder auch einfach nur mit Zahlen und Buchstaben. So sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.


Ich habe mir die Schriftzüge "Baby"und "girl" sowie die kleine Ente ausgesucht. Beim Ausschneiden macht es Sinn, ein seeehr scharfes Messer zu benutzen und statt das Messer entlang der Vorlage zu führen, es lieber an einer Stelle an den Rand zu bringen, es fest an der Stelle zu halten und die Vorlage zu bewegen. So sind mir wesentlich weniger Schnitzer und Abrutscher widerfahren und ich brauchte deutlich weniger Kraft.





Dann noch ein paar kleine Motive mit dem Stanzer ausstechen und rundherum drappieren und mit Kerzenkleber befestigen uuuuund...













FERTIG!!!




                                



















Eingeschlagen in Klarsichtfolie mit passendem Geschenkband macht so ein selbstgebasteltes Geschenk echt was her. :o)


Persönlicher wird es, wenn man den Namen, Geburtstag, Geburtsgewicht und -größe des neuen Erdenbürgers auf die Kerze schreibt. 




 Bis dahin:
 Viel Spaß beim Basteln!





Donnerstag, 20. Februar 2014

Faux Chenille Decke

In diesem Post möchte ich euch eine meiner Lieblingstechniken vorstellen: Faux Chenille. Faux Chenille kommt aus dem französischen und heißt soviel wie falsche Raupe. Ihr kennt sicher diese gedrehten Drähte oder Fäden, die mit abstehenden Fäden besetzt sind, aus ersteren werden gern auch Deko-Tierchen geformt. Dieses Material heißt Chenille, weil es an das Aussehen einer bestimmten Raupenart erinnert.
Kinder der 1980er Jahrer: in "Die lustigen Welt der Tiere" war das die "feine Dame im Pelz", wenn ich mich recht entsinne.... :o)

Diese Decke eignet sich zum Beispiel als dekorativer Blickfang über einer Lehne oder dem Fußteil des Sessels oder aber als originelles Geschenk zur Geburt/Taufe. Faux Chenille Decken sind ganz wunderbare Krabbeldecken, weil sie schön dick und weich sind, dabei aber recht leicht bleiben.



Das Ergebnis nach einiger Näherei und Schneiderei ist, dass man einen von oben glatten Stoff mit vielen zierenden Nähten und von unten ausfransende, volumige Faux Chenilles hat.

Ich habe die (leidvolle -davon später mehr...) Erfahrung gemacht, dass normale Baumwollstoffe nicht immer dick genug sind, um schön auszufransen. Ich nehme jetzt lieber möglichst dicke Stoffe wie z.B. einen dicken Flanell oder noch besser Molton. Und ich nähe bei neuen Stoffen erst ein kleines Probestück um zu sehen, dass sich der Stoff auch so verhält wie gewünscht.

So sieht mein Probestück aus:
Baumwollstoff für Oberseite und Schrägband

3 Schichten Molton für die Unterseite, Nahtabstand 1 cm












Nun wird es ernst:


Als Ausgangsmaterial für die tatsächliche Decke habe ich mir letztlich einen wunderschönen Mädchenstoff in rosa mit tanzenden Feen aus Flanell ausgesucht, für die Unterseite je zwei Schichten pink und weiß aus Molton. Der Rand wird mit selbstgeschnittenem Schrägband in lila mit weißen Punkten aus Baumwollstoff verziert. Für das Garn habe ich einen dunklen lila-Ton gewählt.





Zunächst werden alle Schichten aufeinander gelegt und gut festgesteckt.













Dann sucht man sich eine Ecke nach Wahl aus und näht im 45° Winkel.
Es ist wichtig, dass ihr in diesem Winkel näht. Bei quadratischen Nähstücken ergibt sich das automatisch und man näht von Ecke zu Ecke. Bei rechteckigen Stücken kommt man aber vielleicht (so ging es mir zumindest) aus optischen Erwägungen in die Versuchung, auch von Ecke zu Ecke zu nähen. Das ist aber keine gute Idee, denn dann zerfällt der Stoff, anstatt sich aufzuplustern. Das liegt am Webmuster des Stoffes.



Ist die erste Naht geschafft, drehe ich das ganze Stoffpamphlet einfach um, ich kappe nicht mal den Faden und nähe die nächste Reihe direkt runter. Das ist von Vorteil, da es sich gerade bei dicken Stoffen häufig nicht vermeiden lässt, dass sich die Stoffe etwas verschieben. Würde man nun immer nur in eine Richtung nähen, verzieht sich die Decke in der Regel in eine Richtung. Wechselt man die Richtung, in dem man am Ende der einen Naht nur ein Stück zur Seite rutscht und dann gleich wieder mit der neuen Naht startet, gleicht sich das wieder aus.


 Damit der Faux Chenille Effekt auch gut zur Geltung kommt, sollte man die Abstände zwischen den einzelnen Nähten nicht zu weit wählen. Ich habe mich für ca. 1,3 cm entschieden. Wer zwei oder drei Schichten für die Unterseite wählt, sollte hier noch drunter bleiben.





Macht euch keinen Stress, wenn die Nähte nicht immer gerade werden. Das sieht man zum Schluss bei der Vielzahl der Nähte nicht mehr.













Außerdem passiert es leicht, dass sich der Stoff beim Nähen knautscht. Da die unteren Schichten später aufgeschnitten werden, zieht sich der der obere Stoff wieder glatt. Also ist das auch kein Grund zur Sorge.








Fast fertig...







Nachdem auch die letzten Nähte erledigt sind, geht es ans Schneiden. Die unteren Schichten zwischen den Nähten werden durchtrennt.








 Durchhalten, es lohnt sich!!



Nach dieser Schlitzerei ist das Schrägband dran, mit dem die Kante der Decke verziert wird.

Schrägband kann man bereits fertig kaufen oder selbst machen. Je nachdem wie breit es sein soll, wird ein beliebiger Stoff zugeschnitten. Dabei gilt 4 mal sichtbare Breite ist die zu schneidende Breite.
Nach dem Schneiden werden die äußeren Kanten links auf links nach innen gebügelt -so ist nur noch die Hälfte der ursprünglichen Breite über- und dann um die Kante der Decke gelegt.





Ich habe den Stoff in der entsprechenden Breite diagonal gefaltet und gebügelt, um nur noch an den Falten entlang schneiden zu müssen. Zum Schneiden nutze ich einen Rollschneider, dann geht das ratzfatz!








Praktischerweise ergibt sich durch den Schnitt, dass das Band bereits schräge Kanten hat. Diese werden rechts auf recht übereinander gelegt und zwischen den Markierungen (X) vernäht.










 Damit die Naht auch schön gerade wird, habe ich mir sicherheitshalber eine Falte reingebügelt. Wessen Maschine den Stoff gerade transportiert, braucht das wohl nicht. ;o)


















Beim Aufklappen stehen dann oben und unten zwei Ecken über, die einfach abgeschnitten werden können.







Für meine Decke brauchte ich etwas mehr als fünf Meter Schrägband. Sind die Streifen fertig aneinandergenäht, wird gebügelt. Dazu nutze ich einen Schrägbandformer. Diese praktischen Helferlein gibt es in verschiedenen Breiten, ich habe mich für 50 mm entschieden. Meine Stoffstreifen sind also knapp 10 cm breit - das ergibt eine 2,5 cm breite Kante.



Der Stoff wird hinten in den Former geschoben und beim Durchziehen darin gefaltet.













Man braucht vorn nur noch bügeln und den Former stückchenweise nach hinten ziehen.

















So bekommt man ganz viel schönes Schrägband....












Es wird dann einmal rings um die Kante der Decke gefaltet und festgesteckt.


Bei den Ecken falte ich das Band wie die Ecken eines Geschenkpapiers. Gerade legen bis an die Kante, um die Ecke rum, einklappen und...












...die obere Lage runterklappen und feststecken.














Den Anfang des Schrägbandes sollte man offen lassen, um ihn später, wenn man einmal ringsherum genäht hat, passend vernähen zu können. Durch die zahlreichen Lagen verschiebt sich nämlich gern nochmal ein bisschen was.



Da ich eh schon viele Lagen habe, habe ich hier ein bisschen geschummelt. Eine tolle Anleitung wie es richtig geht, findet ihr hier.





So, nun sitzt das Band und die Decke muss nur noch gewaschen - und nach Möglichkeit im Trockner getrocknet werden. Wer keinen Trockner hat, kann die Decke auch einfach nochmal waschen. Aber auch so sieht die geschnittene Lage doch schon toll aus, oder?



 
















Aber nach dem Waschen kommt der Effekt so richtig schön zur Geltung:








Und so sieht die Decke im Ganzen nun aus...







...und als Wohnaccessoire:








Da weiß man doch, wofür man sich die Arbeit gemacht hat. :o))

Und weil die Krabbendecke für meine zuckersüße Nichte ist, schicke ich den Post heute an Meitlisache